Liebe Freunde,
tut mir leid, dass ich den Blog so lange nicht mehr aktualisiert habe. Da jetzt mittlerweile 4 Monate vergangen sind, sind einige Dinge passiert. Zuerst erzähle ich euch von der "Salz - und Silbertour". Das ist die Tour, die sozusagen "im Preis mit inbegriffen" ist, also wir Zivis haben sie alle von Hostelling Gratis mit dabei.
Ich habe sie mit Julian, Gereon und Bambi gemacht.
Das Ganze ging los in Potosí. Das ist die alte Minenstadt in Bolivien, die vor ca. 400-500 Jahren mal eine der größten Städte der Welt war. Dort wurde so viel Silber angebaut, dass man eine Brücke von Potosí bis nach Spanien hätte bauen können (hätte ich cool gefunden, wenn sie das mal gemacht hätten :>) und der Silberabbau in Potosí hat zeitweise die Hälfte des Brutto-Inlands-Produktes von Spanien ausgemacht (Bolivien war ja eine Spanische Kolonie).
Naja, wir haben jedenfalls die Minen besichtigt, wo immer noch Silber und Zinn abgebaut wird und wo immer noch einige Menschen arbeiten. Das war eine echt unglaublich heftige Erfahrung. Wir haben auf unserer Besichtigung auch sehr junge Minenarbeiter getroffen und manche, die schon seit ihrem zwölften Lebensjahr dort arbeiten.
Allein schon die paar Stunden, die ich in der Mine war, fand ich echt anstrengend, da es echt total eng in den Schächten ist und oben total kalt und weiter unten heiß ist. Außerdem ist die Luft total stickig und es ist dunkel. Die Leute arbeiten dort den ganzen Tag und das die ganze Woche, und konsumieren permanent Coca und Alkohol um das ganze auszuhalten. Ich glaube das ist mit die schlimmste Arbeit auf der Welt, schon nach den paar Stunden wollte ich dringend wieder raus aus diesen Minen.
Übrigens kann man da überall einfach so Dynamit kaufen.
Das ist der "Tio" (wörtl. "Onkel", abgeleitet vom Wort "Dios" (Gott)), eine Art Teufel, der in den Minen verehrt wird. Die Arbeiter opfern ihm Coca, Zigaretten und Alkohol, um ihn zu besänftigen, damit er sie nicht in den Minen verunfallen lässt.
Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Uyuni, wo der zweite Teil der Tour stattfand, der Salzteil. Dort befindet sich der größte Salzsee der Welt (12.000 km²). Wir haben da eine Tour gemacht mit einem Jeep, über die Salzwüste und außen rum durch die Landschaft.
Da zu der Zeit noch etwas Wasser auf dem See war, waren wir nur kurz auf dem See und sind dann außen rum gefahren und haben uns noch andere Sachen angeguckt, wie Geisire, heiße Quellen, irgendwelche Steine, die angeblich immer wie irgendwas tolles aussahen (ein Baum oder ein Condor oder so), was aber meistens eher unspektakulär war, und ungefähr 1000 Lagunen, teilweise mit Flamingos drin.
Der Salzsee war cool, aber die ganzen anderen Sachen haben sich viel wiederholt, man hat halt immer wieder irgendeine andere tolle Lagune gesehen oder einen besonders toll geformten Stein. Das war irgendwann langweilig und konnte uns nicht mehr beeindrucken, wie man auf folgenden Bildern sieht ;-)
Nachts war es einfach unnormal kalt und wir haben mit allen Sachen geschlafen. Man durfte nur die komplette Tour lang nicht sagen, dass einem kalt ist, weil man sonst eine Runde Bier ausgeben musste :-)
Während dieser ganzen Tour saßen wir im Endeffekt 80 Prozent der Zeit in dem Jeep, weil das alles relativ weit auseinander liegt. Das coolste an der Tour war im Prinzip, dass man auf dem Salzsee witzige Bilder machen konnte:
Danach fuhren wir nach La Paz, auf dem Weg ging leider unsere Flota kaputt (was für eine Überraschung) und alle Leute mussten dann trempen und in einer anderen Flota bei einer Todeskälte im Gang eingequetscht rumsitzen (nachts und so ca. 8 Stunden lang).
Dafür haben wir uns dann in La Paz noch mal das Dekadente Leben gegönnt mit Feiern gehen, essen im deutschen Restaurant und Stadtrundfahrt.