Dienstag, 26. Juli 2011

Und nochmal kurz ein paar aktuelle Infos zu meiner Arbeit mit Reina und Carlos (ihr wisst schon, die zwei gehörlosen Kinder).
Die Arbeit hat sich leider etwas verändert, seit wir eine schlimme Neuigkeit erfahren haben. Die beiden haben nicht nur kein Hörvermögen sondern werden mit der Zeit auch das Sehvermögen verlieren, da sie an Usher-Syndrom leiden.
Seitdem hat sich der Unterricht mit ihnen schon sehr verändert, erstmal sind wir beide etwas in ein Tief gefallen und wussten gar nicht, ob es überhaupt noch Sinn macht, die zwei noch zu unterrichten. Wir sind trotzdem immer hin gegangen und das ganze hat sich mit der Zeit etwas mehr zu Betreuung und Freundschaftsbesuchen entwickelt. Wir haben uns einfach unterhalten oder 4-Gewinnt oder Mikado gespielt oder auch mal etwas Unterricht gemacht.
Da ein Pferd von der Familie gestorben ist und sie die Pferde eigentlich zum arbeiten brauchen, hat Julz (eine Voluntarierin, die vorher auch in Alcala war) spenden gesammelt um ein neues Pferd zu kaufen. Das haben wir dann letztendlich auch gemacht und ich bin dann mit dem Pferd zu ihnen geritten und habe es übergeben.

 Ich will mich kurz fassen und gar nicht mehr so viel erzählen, weil ich vorher ja schon einiges über die beiden und über den Unterricht geschrieben habe. Generell wurde unser Verhältnis zu der Familie mit der Zeit immer enger und jetzt wo ich schon aus Alcala weg bin vermisse ich sie schon ziemlich doll. Man kann nur hoffen sie kommen generell klar mit ihrer Situation, ich bin da aber zuversichtlich, weil das Projekt von Hostelling auch weitergeführt wird und eine neue Voluntarierin dort hin gehen wird.

Cómo se construye una cocina!

 In der Zeit ca. von Mai bis Juni haben wir Jungs ein paar Bau-Arbeiten zu erledigen gehabt.
Es hieß erst, Julian und ich sollten ca. eine Woche mithelfen bei den Arbeiten für die Küche, in der wir Voluntarios dann unser Essen kochen sollten. Im Endeffekt haben wir beiden dann mit Jaime, einem bolivianischen kann-generell-alles-Arbeiter, zusammen ein kleines Haus gebaut und als Küche eingerichtet.

Hier eine kurze Zusammenfassung, was wir dabei alles so machen mussten:

Erst musste natürlich die Backsteinmauer hochgezogen werden:

Nachdem das getan war und wir auf der einen Seite die schon da gewesene Lehmmauer angeglichen hatten, kam dann das Dach.
 
Erst haben wir die Längsbalken befestigt (mit Putz) und dann überall Zaun gespannt, festgenagelt und mit Draht zusammengebunden.

Dann kamen die Querbalken drauf und Stroh, damit man dann das ganze mit Putz abdichten konnte.

 Als der Putz auf dem Dach dann trocken war, haben wir zu guter letzt Wellblech oben drauf befestigt.

 Zwischendurch legten wir noch die ganzen Wasserleitungen und den Strom für die Küche. Was uns echt beeindruckt hat, war das ein einiger Arbeiter von allen Bereichen der Bauarbeiten Ahnung hatte und alles quasi selber konnte. Er ist quasi Maurer, Dachdecker, Gas- und Wasserinstallateur, Elektriker und alles mögliche Gleichzeitig (ohne jemals eine Ausbildung in einer dieser Dinge gemacht zu haben ;>)
Dann musste das Dach von innen verputz werden und die ganzen Wände auch (Wir haben eigentlich die meiste Zeit nur Putz gemischt), und anschließend der Boden (mit der anstrengendste Teil der ganzen Arbeit). Dafür mussten wir alles mit Steinen auslegen und anschließend mit Beton füllen. An dem Tag haben wir bis 1 Uhr nachts gearbeitet, weil immer wieder neue Schichten Beton auf den Boden mussten und dazwischen ständig gewartet werden musste, bis das Ganze getrocknet war..
Am Ende sah das Innere der Küche dann so aus:

 Dann fehlte nur noch der Betontisch, also die Arbeitsfläche, und die Fliesen und der Anschluss der Steckdosen und des Wasserhahnes und -abflusses.

Freitag, 8. Juli 2011

Salz- und SIlbertour

Liebe Freunde,
tut mir leid, dass ich den Blog so lange nicht mehr aktualisiert habe. Da jetzt mittlerweile 4 Monate vergangen sind, sind einige Dinge passiert. Zuerst erzähle ich euch von der "Salz - und Silbertour". Das ist die Tour, die sozusagen "im Preis mit inbegriffen" ist, also wir Zivis haben sie alle von Hostelling Gratis mit dabei.
Ich habe sie mit Julian, Gereon und Bambi gemacht.
Das Ganze ging los in Potosí. Das ist die alte Minenstadt in Bolivien, die vor ca. 400-500 Jahren mal eine der größten Städte der Welt war. Dort wurde so viel Silber angebaut, dass man eine Brücke von Potosí bis nach Spanien hätte bauen können (hätte ich cool gefunden, wenn sie das mal gemacht hätten :>) und der Silberabbau in Potosí hat zeitweise die Hälfte des Brutto-Inlands-Produktes von Spanien ausgemacht (Bolivien war ja eine Spanische Kolonie).

Naja, wir haben jedenfalls die Minen besichtigt, wo immer noch Silber und Zinn abgebaut wird und wo immer noch einige Menschen arbeiten. Das war eine echt unglaublich heftige Erfahrung. Wir haben auf unserer Besichtigung auch sehr junge Minenarbeiter getroffen und manche, die schon seit ihrem zwölften Lebensjahr dort arbeiten.

Allein schon die paar Stunden, die ich in der Mine war, fand ich echt anstrengend, da es echt total eng in den Schächten ist und oben total kalt und weiter unten heiß ist. Außerdem ist die Luft total stickig und es ist dunkel. Die Leute arbeiten dort den ganzen Tag und das die ganze Woche, und konsumieren permanent Coca und Alkohol um das ganze auszuhalten. Ich glaube das ist mit die schlimmste Arbeit auf der Welt, schon nach den paar Stunden wollte ich dringend wieder raus aus diesen Minen.
Übrigens kann man da überall einfach so Dynamit kaufen.
Das ist der "Tio" (wörtl. "Onkel", abgeleitet vom Wort "Dios" (Gott)), eine Art Teufel, der in den Minen verehrt wird. Die Arbeiter opfern ihm Coca, Zigaretten und Alkohol, um ihn zu besänftigen, damit er sie nicht in den Minen verunfallen lässt.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Uyuni, wo der zweite Teil der Tour stattfand, der Salzteil. Dort befindet sich der größte Salzsee der Welt (12.000 km²). Wir haben da eine Tour gemacht mit einem Jeep, über die Salzwüste und außen rum durch die Landschaft.
 
Da zu der Zeit noch etwas Wasser auf dem See war, waren wir nur kurz auf dem See und sind dann außen rum gefahren und haben uns noch andere Sachen angeguckt, wie Geisire, heiße Quellen, irgendwelche Steine, die angeblich immer wie irgendwas tolles aussahen (ein Baum oder ein Condor oder so), was aber meistens eher unspektakulär war, und ungefähr 1000 Lagunen, teilweise mit Flamingos drin.
Der Salzsee war cool, aber die ganzen anderen Sachen haben sich viel wiederholt, man hat halt immer wieder irgendeine andere tolle Lagune gesehen oder einen besonders toll geformten Stein. Das war irgendwann langweilig und konnte uns nicht mehr beeindrucken, wie man auf folgenden Bildern sieht ;-)


Nachts war es einfach unnormal kalt und wir haben mit allen Sachen geschlafen. Man durfte nur die komplette Tour lang nicht sagen, dass einem kalt ist, weil man sonst eine Runde Bier ausgeben musste :-)
Während dieser ganzen Tour saßen wir im Endeffekt 80 Prozent der Zeit in dem Jeep, weil das alles relativ weit auseinander liegt. Das coolste an der Tour war im Prinzip, dass man auf dem Salzsee witzige Bilder machen konnte:

Danach fuhren wir nach La Paz, auf dem Weg ging leider unsere Flota kaputt (was für eine Überraschung) und alle Leute mussten dann trempen und in einer anderen Flota bei einer Todeskälte im Gang eingequetscht rumsitzen (nachts und so ca. 8 Stunden lang).
Dafür haben wir uns dann in La Paz noch mal das Dekadente Leben gegönnt mit Feiern gehen, essen im deutschen Restaurant und Stadtrundfahrt.

Samstag, 26. März 2011

Leben und Arbeit in Alcala

Liebe Freunde,

es ist mal wieder Zeit für einen Blogeintrag (jaja, höchste Zeit). Nach dem Urlaubsbericht werde ich jetzt mal wieder ein bisschen von meiner Arbeit erzählen. Anders als geplant arbeite ich nach wie vor in Alcalá und habe bisher nicht die Einsatzstelle gewechselt. Mein Aufgabenfeld hat sich allerdings geändert. Ich arbeite jetzt mit der Weltwärts-Freiwilligen Leanne zusammen in den Nachmittagen auf dem Campo ca. 1 Stunde zu Fuß entfernt von Alcalá. Dort unterrichten wir zwei gehörlose Kinder in einfacher Kommunikation, schreiben und lesen.

Ursprünglich hatten wir vor, jetzt im März in Sucre ein Projekt zu beginnen mit Wahrnehmungstherapie für Gehörlose, durch Instrumente. Die Tochter unseres Hostalvaters Lil sollte das Projekt hier in Alcalá eigentlich übernehmen. Leanne und ich sind jedoch beide der Meinung, dass das nicht funktioniert, da sie 3 Nachmittage die Woche als Lehrerin im Colegio arbeitet und in den Vormittagen sowieso. Das heißt, sie hätte nur 2 Tage die Woche überhaupt wirklich Zeit, den Kindern Einzelunterricht zu geben. Wir sollten sie im Februar einarbeiten. Bisher war sie ein einziges mal mit uns dort, konnte weder das Fingeralphabet noch hat sie sonst irgendwie am Unterricht teilgenommen. Wir halten es daher für wichtig, selbst an dem Projekt dranzubleiben, da das sonst im Sande verlaufen würde, und die Kinder aufgrund ihres Alters (15 & 17), ihrer Behinderung und ihres bisherigen Fortschrittes regelmäßigen Einzelunterricht benötigen, um überhaupt noch die Sprache einigermaßen erlernen zu können. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sinnvoll ist, den Unterricht zu zweit zu machen, obwohl sich das etwas viel anhört. Sie haben ein unterschiedliches Lerntempo, weswegen öfters jeder von uns mit einem Schüler arbeitet, außerdem gibt es immer einiges vorzubereiten für den Unterricht, da wir mit vielen Bildern und optischen Reizen arbeiten, gespielte Dialoge vorbereiten um die Sprache optisch zu verdeutlichen etc.


Die Arbeit dort macht mir jedenfalls sehr viel Spaß und ich kann viel Sinn daraus ziehen. Den Lernfortschritt der Kinder erkennt man jeden Tag, sie lernen immer mehr Wörter mit den dazugehörigen Gebärden und fangen gerade an, den Sinn von Verben zu verstehen und fragen immer regelmäßig nach, was alles mögliche denn heißt.






Ein paar Male haben wir der Familie vormittags bei der Feldarbeit geholfen, also wir haben ein Ajifeld von Unkraut befreit :)
In den Vormittagen habe ich jetzt vor kurzem wieder in der Escuela angefangen. Es gibt eine neue Musiklehrerin und ich helfe ihr 3 mal die Woche mit dem Unterricht (teilweise gibt es auch 2 Kurse zur selben Zeit, die wir uns dann aufteilen). Nach wie vor macht mir diese Arbeit auch spaß, und ich fühle mich auch dort nützlich, da die Lehrerin noch neu ist und es noch einige Dinge gibt, die ich aus dem letzten Jahr kenne und ihr zeigen kann.Die übrigen beiden Vormittage werde ich ab nächster Woche in Außenschulen arbeiten und mit Julian zusammen Sport- und Musikunterricht geben, da es das in den Außenschulen meistens nicht gibt (es gibt oft nur einen oder 2 Lehrer). Ich habe vorher in der Alcaldia (Rathaus) gearbeitet für kurze Zeit. Die Arbeit dort bestand jedoch im Prinzip nur daraus, Erde einzutüten um dann Pflanzen heranzuzüchten. Wir haben jetzt mit allen Voluntariern gemeinsam in Absprache mit unserem Hostalvater entschieden, diese Arbeit von jetzt an zu streichen, da wir oft einfach alleine arbeiten, da die Leute von der Alcaldia sagen, sie hätten keine Zeit dafür, und wir die Arbeit für stumpfsinnig und nicht so sinnvoll halten. Da finden wir es sinnvoller jetzt eine Hausaufgabenhilfe und einen Spielsalon hier in Alcala ins Leben zu rufen, wofür wir bereits Räume organisiert haben und die jetzt beginnen werden.
Soo... soweit zu meiner Arbeit, ansonsten war ja geraden Karneval, da waren wir mit ca. 20 Leuten von uns in Oruro, wo der größte Karneval in Bolivien ist und der 2. größte der Welt (nach Rio). Der Karnevalszug war echt richtig heftig, über 100 Gruppen aus allen möglichen Teilen von Bolivien, mit großen Bands und unglaublich aufwendigen Kostümen, ich hatte den Eindruck, dass mehr Leute an dem Karnevalszug teilnehmen als es Zuschauer gibt. Dabei war die ganze Stadt voller Leute. Alle hatten Wasserbomben und haben sich gegenseitig abgeworfen, und jeder hatte so eine Sprühdose, mit der er alle anderen mit Schaum vollgesprüht hat. Auf der Straße wurden immer so Regenponchos verkauft, die haben uns echt das Leben bzw. die Klamotten gerettet, wir waren zwischenzeitlich alle komplett weiß vom Schaum :)
Als wir nach dem langen Wochenende wieder nach Alcala zurück gefahren sind, mussten wir das Motorrad mitnehmen, dass sich Julian in Sucre gekauft hatte, um hier in die ganzen Außenschulen zu fahren (200er Honda Crossmaschine). Wir haben dann nach einem LKW gesucht, der wenigstens bis an die "Alcala-Kreuzung" fährt, von wo es ca. noch 20 Minuten mit dem Motorrad nach Alcala gewesen wären. Wir waren ein bisschen spät dran und haben daher niemanden gefunden, irgendwann hat einer angehalten, der sagte er fährt bis "eine halbe Stunde vor der Alcala-Kreuzung"... da haben wir natürlich nicht nein gesagt! Sind dann mit dem Motorrad auf den LKW und kurz hinter Zudanes hat er uns dann rausgelassen (Zudanes ist kurz hinter der Hälfte des Weges), er sagte dann, fahrt einfach ne halbe Stunde in die Richtung, dann kommt ihr automatisch zur Kreuzung. Es war schon komplett dunkel und das Licht von dem Moto war irgendwie nicht so top, die Straße ziemlich steinig. Wir haben ca. 3 Stunden gebraucht, haben uns mit dem fahren abgewechselt, sind halt relativ langsam gefahren, weil wir wenig gesehen haben. Das war schon ein witziges Abenteuer :) zwischendurch hat uns eine Flota (Bus) überholt und dann sehen wir auf einmal neben ihr so einen Schatten. Ist das ein Hund, der neben der Flota herläuft? Nein! Das ist das hintere linke Rad der Flota, das komplett rausgebrochen ist, die Flota ist dann ein bisschen an die Seite gerutscht und sonst ist nichts weiter schlimmes passiert... aber da sieht man mal wie endgefährlich das ist, hier mit den Flotas rumzufahren, die sind echt teilweise halb zusammengeklebt.

Übrigens haben wir uns Hühner zugelegt, 15 Stück, die wir großziehen und dann schlachten wollen, einige sind echt schon fett, in ca. 3 Wochen wollen wir die ersten dann essen! Und wir haben einen kleinen Hund, der wohnt zur Zeit noch bei Reina und Carlos, weil wir noch einen Zaun bauen müssen, in unserem Hostelling Garten, wo der Hund dann erstmal rein kann.

 Ansonsten komme ich generell in dem Land gut zurecht, das Leben in Alcala finde ich immer sehr angenehm und ruhig und wenn ich aus längerem Aufenthalt in Sucre oder anderen größeren Städten zurückkomme, fühle ich mich immer sehr zuhause. Das "zweite Zuhause" ist dann Sucre, wo wir zum einkaufen/feiern oder organisatorischen Dingen ca. 1 mal im Monat hinfahren, ne recht coole Kombination.

Bei meiner neuen Arbeit bekomme ich sehr viel Einblick in den Alltag der Familie, deren Kinder ich unterrichte. Das ist sehr interessant für mich, andererseits auch heftig zu sehen, wie diese Familie lebt. Das Lehmhaus, in das es bei starkem Regen reinregnet, die hygienischen Zustände, der Ablauf des Alltags (je nach Erntezeit viel Arbeit auf dem Feld, Kühe betreuen etc.). Die Mutter ist vor ein paar Monaten gestorben und der Vater hatte 2 Schlaganfälle, kann nicht mehr richtig arbeiten und redet sehr verschwommen. 3 der Kinder sind gehörlos und der Rest wohnt nicht mehr zu Hause. Sie essen je nach Saison das Essen was sie anbauen. Momentan also jeden Tag Mais und Kartoffeln, was mir nach den paar mal, wo sie mich zum Mitessen eingeladen haben schon zum Hals raushängt. Die Kinder wirken eigentlich immer sehr glücklich, lachen immer und man merkt ihnen gar nicht an, dass sie gerade erst die Mutter verloren haben. Der Vater lässt sich das schon mehr anmerken, er redet auch öfter über seine Frau. Seine Situation ist einfach so heftig, alleine mit 3 gehörlosen Kindern zuhause, die ganze Arbeit zu erledigen, obwohl er durch den Schlaganfall viel Rücken- und Kopfschmerzen hat, und frisch die Ehefrau verloren. Zum Glück kommt immer mal jemand von den älteren Kindern für eine Zeit vorbei um zu helfen.
Die Familie hat von allen Sachen hier in Bolivien am meisten Eindruck auf mich gemacht.
Ansonsten ist meine Erfahrung hier besonders durch das Reisen etc. die, dass Bolivien einfach viel unzuverlässiger und unorganisierter ist als Deutschland, z.B. bin ich schon 2 mal in einen Streik geraten, durch den ich dann nicht wie geplant weiterkam, einmal als ich nach Weihnachten nach Chile wollte und die Benzinpreise erhöht wurden und nichts gefahren ist, und einmal saß ich in La Paz fest, weil wegen Buspreiserhöhung wieder ein Streik war. Einige Dinge lerne ich also sehr an Deutschland zu schätzen, wie die Verlässlichkeit (es gibt natürlich auch Streiks, aber hier ist das noch viel häufiger und in ganz anderem Ausmaß), oder einfach das Essen und die Kultur. Mal wieder so ein deutsches Schnitzel wär mal ne coole Sache :)
Also Leute, ich grüße euch alle ganz herzlich, macht es gut, ich lasse wieder von mir hören!
Euer Nico

Freitag, 21. Januar 2011

Weihnachten und Urlaub!

Das ist ja jetzt schon 1,5 Monate her.. sorry für die lange Informationspause! in Alcalá ist arbeitsmäßig nicht mehr so viel passiert. Die Schule war ja schon vorbei, ich habe dann noch  ein verlängertes Wochenende in Sucre verbracht, auch weil Benny, einer meiner Zivi-Kollegen Geburtstag gefeiert hat. In der letzten Woche war schon wieder eine Fiesta. Das Fest der Jungfrau, wo mal wieder dick die Chicha ausgepackt wurde. Serviert wurde sie in den großen Mülleimern, die normalerweise an der Plaza rumstehen und in denen ab und zu eine Frau aus unserem Dorf sitzt und Melonenschalen isst...
Die restlichen Tage gingen also schnell vorbei und schon fingen meine Ferien an, bin dann noch mal nach El Villar gefahren übers Wochenende und dann mit den Jungs aus El Villar nach Tarabuco, das ist ein Dorf zwischen Alcalá und Sucre, um da noch mal die Kollegen zu besuchen. Dann gings weiter nach Sucre. Die ersten Tage dort sind wir eigentlich jeden Tag nur feiern gegangen, bis es dann irgendwann gereicht hat, dann ging es schon stark auf Weihnachten zu.. und unser Zwischenseminar fing an. Achja, und wir haben Harry Potter 7 geguckt im Kino ;)
In dem Seminar haben wir wieder viel über Bolivien geredet und sind dann auch auf unsere jeweiligen Einsatzorte und Arbeiten eingegangen und wie wir damit zurechtkommen. Jedes Dorf musste sich dann vorstellen mit einer Powerpointpräsentation und einem Plakat. Und jeder musste zu seinen persönlichen Arbeitsstellen noch was erzählen. Dann gab es noch ein Fest anlässlich des 10 Jährigen Jubiläums von HI Bolivia. Jaa.. dann war auch schon fast Weihnachten, was wir mit einem riesigen Buffet mit großer Auswahl, Wichteln und Kirchgang um Mitternacht gefeiert haben. Natürlich war bei den Weihnachtstagen auch viel Heimweh dabei, Weihnachten ohne Familie ist halt einfach nicht das gleiche, aber es war auch ganz nett mit den ganzen Voluntariern zu feiern.
Nach Weihnachten wollten wir eigentlich möglichst schnell nach Chile abhauen, weil es auch irgendwann zu viel wurde, mit so vielen Leuten (40 Voluntarier) die ganze Zeit im Hostal in Sucre zu sein. Wir hatten auch schon die Tickets gekauft und alles und wollten am 28. dann starten, mit insgesamt 6 Jungs. Am selben Tag bin ich dann morgens früh (um 11 :>) runter zum Rezeptionsbereich gekommen, wo unsere ganze Truppe schon saß und gerade eine Krisensitzung hatte. Das Problem war, dass der Präsident sich überlegt hatte, einfach mal den Benzinpreis zu verdoppeln, was auch darauf zurückzuführen war, dass viel Benzin in die angrenzenden Länder geschmuggelt wurde, weil es da viel teurer ist. Daher wollte er sich mit dieser Preiserhöhung den anderen Ländern anpassen. Nur ist Bolivien nun mal das ärmste Land in Südamerika und eine Verdoppelung des Benzinpreises bedeutet eine erhebliche Preiserhöhung von fast allen Dingen. Es wird hier so ziemlich alles mit Bussen überall hin transportiert, teilweise über weite Strecken, Bolivien ist relativ groß.
Das hat dann das totale Chaos erzeugt, die Flotaunternehmen (Bus) haben alle gestreikt und nichts ist mehr gefahren. Außerdem gab es Straßenblockaden und alles. Das war natürlich für uns, die gerade an dem Tag fahren wollten relativ unpassend..
Wir haben dann stundenlang alle Möglichkeiten überlegt, von Fliegen bis zu da bleiben und in Sucre Silvester feiern. Letztendlich haben wir uns entschieden erstmal zu warten. Am nächsten Tag hieß es schon, die Situation würde sich normalisieren, daher haben wir uns nochmal Tickets gekauft. Es hieß auch, die Flota würde auf jeden Fall fahren. Abends sind wir dann zum Terminal und alles war zu. Alle standen davor und haben sich total aufgeregt und dann ergab sich auf einmal ein Angebot von einer Frau, die selber einen großen Bus hatte und uns für einen etwas höheren Preis mit nach Oruro nehmen konnte. Erleichtert haben wir dann das Angebot angenommen, aber auf halbem Weg in Potosi fuhr sie dann auf einmal nicht mehr weiter. Glücklicherweise gab es aber eine andere Flota nach Oruro und von da aus ging alles ganz normal weiter nach Iquique in Chile.

 Wir hatten ein Hostal direkt am Strand, auch von Hostelling, das war so ein Backpacker Hostal, mit  ganz vielen Angeboten zum Surfen. Da kam ich endlich auch mal wieder dazu Englisch zu sprechen, was bei mir sonst hier etwas verkommt. Es war nämlich alles voller Touristen, ganz viele Australier, die natürlich alle voll die Surf-Profis waren und uns bei unseren Surfversuchen alt aussehen lassen haben :)
Wir hatten die ganze Zeit irgendwelchen Stress mit Geld, weil die DKB Karten irgendwie alle am Anfang nicht geklappt hatten, wie sie sollten, und das hat einige Zeit gedauert, bis das mal alles geklärt war.
Es war schon ein kleiner Kulturschock, in diese große, europäisch geprägte Stadt zu kommen. Es gab auf einmal große Supermärkte mit 16 Kassen, MC Donalds und teure Autos die überall rumgefahren sind.
Wir sind ein paar mal gesurft und wurden von den 4 Meter hohen Wellen zerstört. Ungefähr jedes mal, wenn wir versucht haben, eine von den großen Wellen zu nehmen, hat sie uns vollständig auseinandergenommen. Naja, ein paar kleine Wellen konnten wir dann ab und zu mal stehen, als wir von einem Surflehrer ein bisschen Hilfe bekommen haben :)
Wenigstens konnten wir danach mit Surfbrett unterm Arm und Neoprenanzug am Strand langlaufen und cool aussehen ;)

 An Silvester haben wir erstmal mit den ganzen Leuten aus den Hostal gegrillt und Wein getrunken und haben uns dann das Feuerwerk am Strand angeguckt. Es gab so eine Party, wo viele hingegangen sind, die hat über 30 Euro eintritt gekostet, da wir ja dieses Kreditkartenproblem hatten, hatten wir alle kein Geld dafür und haben einfach im Hostal ein bisschen weitergefeiert und sind durch die Umgebung gezogen, was im Endeffekt besser war, da die Silvesterparty eh schlecht gewesen sein soll.

 


 Ein paar Tage später sind noch 3 Weltwärtsmädels aus unserer Gruppe dazugestoßen mit denen wir dann den Resturlaub in Chile verbracht haben. Es war insgesamt echt ein super schöner Urlaub, bis auf ein paar tiefs, wie z.B. ein mega heftiger Sonnenbrand oder auch ein "Caesar-Shrimp-Salat", der einfach nur aus Eisbergsalat ohne Soße und 8 kleinen Shrimps bestand..
 Am Ende hat sich unsere Gruppe aufgeteilt, einige wollten schon zurück nach Sucre fahren, Julian und ich sind dann noch weiter nach Peru. Ich wollte ja schließlich auch noch Laura besuchen, die in Arequipa angesiedelt ist und dort auch soziale Arbeit macht. (btw: laurainsuedamerika.blogspot.com)

WIr sind dann also zu zweit weiter, mit dem Bus nach Arica und von da aus weiter über Tacna nach Arequipa (ungefähr 20 Stunden insgesamt). Dort angekommen sind wir dann in die WG gezogen, in der Laura auch wohnt und als wir dann auch endlich wieder an unser Geld kamen konnten wir das Großstadtleben noch mal richtig genießen (Arequipa hat über 1mio Einwohner). Wir waren völlig begeistert von den riesigen Einkaufszentren und den anderen Dingen, die eine so große Stadt so zu bieten hat! Wir haben das erste mal seit wir aus Deutschland weg sind mal wieder einen Döner gegessen, das war ein klasse Erlebnis :)
Einer der Höhepunkte war dann noch unser Besuch in Coporaque, das ist ein Dorf ca. 3 Stunden von Arequipa in der Nähe vom Colca-Canyon (übrigens der tiefste Canyon der Welt). Da haben Julian und 2 Tage bei einer Familie gelebt, die Laura kennt, die Familie Chocolate.


 Wir sind abends angekommen und am nächsten Tag ging es dann um 6 Uhr morgens los zum Fischen. Wir sind mit dem Vater der Familie zum Fluss gewandert und die Landschaft war eine der heftigsten, die ich hier bisher gesehen habe.
Der Fluss hatte leider gerade nicht so viel Wasser, wir hatten vor, richtig viele Forellen zu fangen um dann unser Abendessen daraus zu machen. Tja.. im Endeffekt haben wir 11 kleine Forellen gefangen, die für uns 8 Leute leider keine vollständige Malzeit hergaben (die Familie hat 4 Kinder, einen Sohn und 3 kleine Töchter). Aber es hat trotzdem Spaß gemacht, mal zu sehen, wie man mit einem Netz fischt und am Fluss runterzulaufen. 


 Irgendwann kamen wir dann zu den "Aquas Termales", die heißen Quellen von Coporaque. Da wir den ganzen vormittag gelaufen waren, war es einfach die Krönung, sich in das heiße Wasser zu legen und zu entspannen. Julian und ich haben dann noch einen Kontest gemacht, wer länger unter Wasser bleiben kann, ich habe 2 Minuten geschafft und er leider nur 1:50 :) Da wir um einen Buchstaben gewettet hatten hieß er für den Rest der Zeit in Coporaque nur noch Julia :))


 Am nächsten Tag sind wir dann noch zu Gräbern gegangen, die schon vor der Inka Zeit da waren. Da das ganze auf fast 4000 Metern höhe gelegen ist, sind die ganzen Knochen noch ziemlich gut erhalten. Man konnte richtig in die Gräber reingucken und hat teilweise noch komplette Skelette gesehen, hier ein Beispiel von einem Skelett, wobei ich nicht glaube, dass die Person wirklich in dieser Haltung gestoben ist.


 Dan gings zurück nach Arequipa und ich bin mit Laura noch mal nach San Isidro gefahren, einer ihrer Einsatzorte und habe dort mit den Kindern von einer bekannten von Laura Super-Mario gespielt :)
Am Sonntag sind Julian und ich dann wieder gefahren und über Puno an die Copacabana am Titikakasee. (Ja, ich weiß, die eigentliche Copacabana ist in Brasilien :>) Wir sind auch kurz in See geschwommen, der überaschenderweise wärmer war als der Pazifik, obwohl der See auf über 3800 Metern liegt (höchster See der Welt). Auf dem Bild zeige ich gerade in Richtung Isla del Sol.
Es sind dann noch 2 Freunde von Julian zu uns gestoßen, die gerade in Peru unterwegs waren. Die sind dann mit Julian am Dienstag noch auf die Isla del Sol gefahren und ich dachte mir dann, dass ich schon mal zurück fahre, weil auch so langsam mein Urlaubsgeld leer war.
Über La Paz bin ich dann wieder nach Sucre gefahren und bin seit Mittwochmorgen wieder hier und bin jetzt auch echt froh, mal wieder hier in Bolivien zu sein. Endlich mal nicht ständig die Uhr umstellen und die Währung wechseln. Und einen Überblick darüber haben, wie teuer die Sachen sind, ohne dauernd total kompliziert umrechnen zu müssen. (Außerdem ist Bolivien immernoch das günstigste Land in Südamerika :>)
Am Montag fahre ich nach Alcala und arbeite dann erstmal noch 3 Wochen noch da. Ich fange dann mit Leanne, einer Weltwärtsfreiwilligen an mit einem neuen Projekt, unzwar gibt es etwas außerhalb vom Dorf 2 Taubstumme Kinder, die wir unterrichten werden in schreiben, lesen und solchen Dingen.Das mache ich dann 3 Wochen lang, um die Kinder erstmal kennen zu lernen, dann mache ich erst im Mai wieder mit dem Projekt weiter. In der Zwischenzeit arbeite ich dann in Sucre in der Gehörlosenschule, da machen wir Wahrnehmungstherapie mit Instrumenten mit den Gehörlosen Kindern.. :> finde ich ziemlich cool, meine nächsten Projekte, bin mal sehr gespannt, ich halte euch dann auf dem Laufenden, was draus wird!
An alle meinen-blog-lesenden Menschen ganz liebe Grüße!
euer Nico!

Sonntag, 28. November 2010

Hallo liebe Freunde, Verwandte und alle andern!
Ist jetzt echt schon lange her, dass ich hier was reingeschrieben habe. Es ist einiges passiert und ich werde es gar nicht schaffen, alles genau zu erzählen, ich musste grade auch schon ganz viele Bilder, die ich eigentlich hochladen wollte aussortieren aber ich versuche die wichtigsten Sachen zusammen zu fassen! Wo fange ich an? Ich fange einfach mal an mit der Escuela (die Grundschule in Alcala, in der ich vormittags arbeite). Diese Woche Dienstag hatten meine Musikschüler und die Sportschüler von Immanuel, dem anderen Zivi in Alcala ihre Abschlussprüfung. Darauf haben wir uns natürlich einige Zeit vorbereitet, das Examen bestand einfach daraus, dass jeder Kurs einen Tanz vor der Schule aufgeführt hat, der dann irgendwie bewertet wurde, keine Ahnung wie, ich denke, es gibt in Musik und Sport eh keine richtigen Noten.
Der Großteil des Unterrichts bestand also in den letzten Wochen aus tanzen und tanzen. Ich konnte dann auch endlich ab und zu mal eine Klasse alleine unterrichten ohne den Musiklehrer, weil es öfters so ist, dass 2 Kurse gleichzeitig Musik haben und dann haben wir es uns aufgeteilt. Das Examen an sich war echt witzig, die Sportschüler haben Pyramiden gebaut oder bei den kleineren irgendwelche Fangspiele mit Bällen oder Tüchern gespielt. Hier sehr ihr eine der Pyramiden, glaube das waren die Sechstklässler (Grundschule geht bis 6).


 
Dazu lief dann irgendwelche Elektromusik oder Justin Bieber :D
Unsere Musikklassen haben danach auf Bolivianische Volksmusik ihre traditionellen Tänze aufgeführt, bei den meisten hat es eigentlich gut geklappt. Sie hatten sich auch alle schön angezogen, wie ihr auf diesem 
 Bild hier seht.





Generell sind echt oft irgendwelche Fiestas in der Schule oder irgendwelche Reunionen, weswegen dann mal wieder die Hälfte vom Unterricht ausfällt, oder auch ganz. Manchmal auch einfach, weil die Lehrer alle schon am Donnerstag nach Sucre fahren, um dort ihr Gehalt abzuholen. Letztens haben die Kinder ihr Schulgeld bekommen, das ist einmal im Jahr, da kriegt jedes Kind vom Staat 200 Bolivianos (20 Euro), bzw. die Eltern bekommen es. Das ist schon relativ viel Geld für die meisten. 
 
Das war mal wieder irgendein Tag, wo Schule ausgefallen ist. Da waren dann die Kinder vom Kindergarten irgendwie auf dem Sportplatz von der Schule und Immanuel und ich haben mit denen ein bisschen gespielt ;>
Generell macht mir das echt Spaß in der Schule zu arbeiten. Die meisten Kinder sind echt super, sie kennen alle unsere Namen und freuen sich, wenn wir kommen. Manchmal ist der Unterricht echt anstrengend, weil irgendein Kind mal wieder zu cool ist, um zu tanzen und dann versucht, abzuhauen und ich darf es dann wieder einfangen. Es gibt Tage, da komm ich aus der Schule und denke mir, dass es heute gar nix gebracht hat und hab dann gar keinen Bock mehr auf die Escuela, aber dann kommen wieder Tage, wo es wieder echt cool ist da, und ich mir denke, dass es doch sinnvoll ist, dass ich da hin gehe. Man muss hier aber echt seine Ansprüche im Bezug darauf, wie gut man hier helfen kann runterschrauben. Am Anfang muss man erst mal alles lernen und kann kaum irgendwo behilflich sein und später ist es auch an manchen Tagen noch so. Man muss sich einfach drauf einstellen, dass man hier nicht wirklich irgendwas verändern kann, sondern einfach hier und da etwas hilft und Präsenz zeigt. Und an manchen Tagen hab ich dann auch wieder das Gefühl, dass ich irgendwo echt helfen konnte, und dann macht es auch wieder echt Spaß!

Einmal die Woche bin ich ja noch in der Schule aufm Campo, also 2 Stunden hinzulaufen von Alcala, wo ich Englisch unterrichte. Das macht auch immer mehr Spaß und ist echt schade, dass es quasi jetzt schon wieder vorbei ist. Die haben nämlich jetzt schon Ferien, und wir waren diese Woche das letzte mal da. Die Kinder da sind echt super, aber lernen sehr langsam Englisch. Ist halt auch die Frage, ob sie es irgendwann mal brauchen, aber wenn sie jetzt in Alcala ihr Abitur machen (was 1000 mal einfacher ist als das deutsche) und dann in Sucre studieren sollten, dann könnten sie es schon gebrauchen. Bei den meisten ist das eher unwahrscheinlich, aber es kann ja immer sein, dass es einer von denen mal macht. Hier noch ein Bild, das sind alle Schüler, die diese Schule hat! 

So, erst mal so viel zur Arbeit in der Schule, nachmittags arbeite ich ja im Ucodep, dieser große Kräutergarten mit dem Labor, wo wir in letzter Zeit eigentlich immer draußen gearbeitet haben. Wir haben entweder irgendwas angepflanzt oder die Erde umgegraben, irgendwas geerntet oder einfach mal ein Loch gegraben, für den Kompost! Eigentlich gibt es davon Bilder, nur habe ich die grade nicht, weil sie auf Immanuels Kamera sind und er gerade in Sucre ist. Ich liefere dann nach!


Um noch mal auf die Sache mit den viele Fiestas zurück zu kommen. Vor 2 oder 3 Wochen war hier eine Sport-Fiesta, wo ganz viele Sport Studenten nach Alcala gekommen sind. Das ganze ging von Montag bis Freitag, es wurde Fußball gespielt, Volleyball, Basketball und saufen. Das konnten sie auch super gut. Abends ging es dann immer los, die Chicha-Eimer standen bereit und die Leute haben sich volllaufen lassen. Und es war eine heftige Anlage hier aufgebaut, mit ner fetten Bühne, ner Leinwand, ner PA-Anlage und Lichtanlage.

Hier im kleinen Alcala! Das war echt heftig, und das ganze stand hier direkt vorm Hostal und bis 4 Uhr nachts hatten die dann ihre Volksmusik laufen. Das war so schön, als es wieder ruhig war und man schlafen konnte, nach der Woche! Aber natürlich haben wir auch mal mitgefeiert. Da war gerade so ein Disziplin, wo die Caballeros (Reiter) mit den Pferden durch einen Bogen reiten mussten und mit einem kleinen Pfeil durch eine Zielscheibe stechen mussten beim reiten. Wer es geschafft hatte, bekam eine Schale Chicha in die Hand gedrückt und durfte trinken. Die meisten haben dann mindestens die Hälfte einfach auf ihr Pferd gegossen, weil sie noch einigermaßen klar bleiben wollten. Ich durfte mich dann auch mal auf ein Pferd setzen.




Danach ging es dann los mit dem Chicha trinken, hier bin ich mit Rider, dem Sohn von unserem Hostal-Vater, der in Sucre studiert mit einer dieser Holzschalen, aus der die Chicha getrunken wurde. Chicha ist ein gegorener Maissaft, der hier ganz ganz viel getrunken wird. Das läuft dann so, dass man erst jemanden einlädt, dann ein Schlückchen für Pacha-Mama (Mutter Erde) verschüttet und dann erst selber trinkt, bevor der andere dann trinken muss, und immer so weiter. 



So, was war noch alles? Letztes Wochenende haben wir z.B. El Villar besucht, ein anderer Einsatzort von HI, wo auch Zivis sind aus unserer Gruppe. Hier ist ein Bild, wo wir grade von dem Kindergarten zurückfahren, den einer der Zivis mitgeholfen hat zu bauen. Das war echt cool, weil wir noch voll lange hätten zurücklaufen müssen und dann von so nem kleinen LKW mitgenommen wurden.
Jetzt am Freitag haben wir im Kindergarten gearbeitet. Im Hof war ein Lehmofen und so eine kleine Lehmüberdachung, die wir abgerissen haben. Und was macht mehr Spaß als etwas mit einer Pike kaputt zu hauen? Das war auf jeden fall super cool, dazu hier auch noch mal 2 Bilder!



In Alcala gibt es immer wieder kein Wasser, und im Moment wenn dann nur früh morgens. Duschen ist daher immer mal nicht möglich, aber man kann sich zur Not noch mit Wasserflaschen aushelfen, die wir immer bei guten Zeiten abfüllen. Ist schon komisch, hier freut man sich immer richtig über Regen, weil man dann wieder Wasser kriegt J
Heute ist ja erster Advent und hier merkt man irgendwie gar nichts davon, da die Sonne scheint und es heiß ist. Aber wir haben heute mal einen kleinen Adventskranz gebastelt ;)
So, es gibt sicher noch einige andere Sachen, die passiert sind, die ich euch noch bei Gelegenheit erzählen werde. Aber jetzt hör ich erst mal auf für heute. Hier geht es jetzt langsam dem Ende zu in Alcala, was auch echt schade ist. Es ist jetzt nur noch bis Mittwoch Schule und am 12.12 fahren wir alle schon nach Sucre, haben dann dort Zwischenseminar und werden dann Weihnachen mit allen Voluntariern in Sucre verbringen. Was danach kommt, ist noch nicht ganz klar, es gibt aber schon einige Ideen und Möglichkeiten, das erzähl ich dann alles, wenn ich genaues weiß!


 Hier noch mal zum Abschluss ein Bild von unserem Team Alcala auf unserem Balkon. Das sind alle Voluntarier, die grade in Alcala sind. Ich gehe mal von hinten durch: Immanuel, Sophie, Maren, Julz, Julia, Leanne und ich! Immanuel ist gestern schon los nach Sucre, weil er jetzt mit seinem Sprachkurs anfängt, also bin ich jetzt hier für den Rest der Zeit der einzige Junge. Naja, ich werds schon überleben ;)
Also an alle einen ganz schönen Gruß!
Euer Nico

Samstag, 23. Oktober 2010


 Hey Leute, ich melde mich nochmal mit Bildern, bin gerade in Sucre übers Wochenende und habe daher etwas schnelleres Internet ;). Hier auf dem ersten bin ich gerade auf einem Berg, ganz in der Nähe von Alcala, den ich an meinem ersten Wochenende mal bestiegen habe.Im Hintergrund sieht man das noch trockene Flussbett, dass mittlerweie schon etwas voller ist, da es zwei Tage sehr viel geregnet hat. Und ganz klein sieht man dahinter noch Alcala.


Das war auf dem Rückweg vom Berg runter, wo mir auf einmal ein paar Kühe begegnet sind, die auf dem Weg rumstanden. Sahen aufgrund der Hörner etwas gefährlich aus ;) Aber waren eher scheu und sind dann glücklicherweise weggelaufen. Auf dem nächsten Bild seht ihr das noch leere Flussbett mit ein paar Hunden, die mir nachgelaufen sind, nachdem ich ihnen ein paar Kekse gegeben habe. Die sind auf einmal aufgetaucht, so 5 Hunde und haben mich angebellt und ich hab sie dann mal mit den Keksen beruhigt :-)





Das ist die Plaza von Alcala, fotografiert vom Balkon unseres Hostels aus, in dem wir Voluntarier wohnen. Es ist gerade stark am regnen, als dieses Foto gemacht wurde. Wie man sieht, wohnen wir sehr zentral. Die Straße führt nach links zu der Escuela, wo ich morgens arbeite und rechts geht es nach einigen Tiendas aus der Stadt raus und richtung Ucodep, das Pflanzen/Laborprojekt, in dem ich nachmittags arbeite. Hinten links geht es zum Collegio, die weiterführende Schule wo auch einige von uns unterrichten und links hinten geht es zum Kindergarten. Dort arbeiten auch zwei von den Weltwärts-Mädels.
 
 Die letzten 3 Bilder hab ich in der Schule gemacht. Das ist in der Pause, und die Kinder spielen auf ihren Geräten. Auf dem zweiten Bild übt eine Klasse gerade einen der Tänze ein. Die ganzen Tänze werden für ein Fest vorbereitet, auf dem sie dann aufgeführt werden. Im Musikunterricht wird ja generell sehr viel getanzt und auch gesungen. Auf dem letzten Bild bin nochmal ich mit 3 von meinen Schülern, auch in der Pause.
So Leute, das wars erstmal mit Bildern. Hoffe ich konnte euch einen kleinen Eindruck von meinem Dörfchen geben ;) Schönen Gruß an alle! Bis bald dann mal! Euer Nico