Sonntag, 28. November 2010

Hallo liebe Freunde, Verwandte und alle andern!
Ist jetzt echt schon lange her, dass ich hier was reingeschrieben habe. Es ist einiges passiert und ich werde es gar nicht schaffen, alles genau zu erzählen, ich musste grade auch schon ganz viele Bilder, die ich eigentlich hochladen wollte aussortieren aber ich versuche die wichtigsten Sachen zusammen zu fassen! Wo fange ich an? Ich fange einfach mal an mit der Escuela (die Grundschule in Alcala, in der ich vormittags arbeite). Diese Woche Dienstag hatten meine Musikschüler und die Sportschüler von Immanuel, dem anderen Zivi in Alcala ihre Abschlussprüfung. Darauf haben wir uns natürlich einige Zeit vorbereitet, das Examen bestand einfach daraus, dass jeder Kurs einen Tanz vor der Schule aufgeführt hat, der dann irgendwie bewertet wurde, keine Ahnung wie, ich denke, es gibt in Musik und Sport eh keine richtigen Noten.
Der Großteil des Unterrichts bestand also in den letzten Wochen aus tanzen und tanzen. Ich konnte dann auch endlich ab und zu mal eine Klasse alleine unterrichten ohne den Musiklehrer, weil es öfters so ist, dass 2 Kurse gleichzeitig Musik haben und dann haben wir es uns aufgeteilt. Das Examen an sich war echt witzig, die Sportschüler haben Pyramiden gebaut oder bei den kleineren irgendwelche Fangspiele mit Bällen oder Tüchern gespielt. Hier sehr ihr eine der Pyramiden, glaube das waren die Sechstklässler (Grundschule geht bis 6).


 
Dazu lief dann irgendwelche Elektromusik oder Justin Bieber :D
Unsere Musikklassen haben danach auf Bolivianische Volksmusik ihre traditionellen Tänze aufgeführt, bei den meisten hat es eigentlich gut geklappt. Sie hatten sich auch alle schön angezogen, wie ihr auf diesem 
 Bild hier seht.





Generell sind echt oft irgendwelche Fiestas in der Schule oder irgendwelche Reunionen, weswegen dann mal wieder die Hälfte vom Unterricht ausfällt, oder auch ganz. Manchmal auch einfach, weil die Lehrer alle schon am Donnerstag nach Sucre fahren, um dort ihr Gehalt abzuholen. Letztens haben die Kinder ihr Schulgeld bekommen, das ist einmal im Jahr, da kriegt jedes Kind vom Staat 200 Bolivianos (20 Euro), bzw. die Eltern bekommen es. Das ist schon relativ viel Geld für die meisten. 
 
Das war mal wieder irgendein Tag, wo Schule ausgefallen ist. Da waren dann die Kinder vom Kindergarten irgendwie auf dem Sportplatz von der Schule und Immanuel und ich haben mit denen ein bisschen gespielt ;>
Generell macht mir das echt Spaß in der Schule zu arbeiten. Die meisten Kinder sind echt super, sie kennen alle unsere Namen und freuen sich, wenn wir kommen. Manchmal ist der Unterricht echt anstrengend, weil irgendein Kind mal wieder zu cool ist, um zu tanzen und dann versucht, abzuhauen und ich darf es dann wieder einfangen. Es gibt Tage, da komm ich aus der Schule und denke mir, dass es heute gar nix gebracht hat und hab dann gar keinen Bock mehr auf die Escuela, aber dann kommen wieder Tage, wo es wieder echt cool ist da, und ich mir denke, dass es doch sinnvoll ist, dass ich da hin gehe. Man muss hier aber echt seine Ansprüche im Bezug darauf, wie gut man hier helfen kann runterschrauben. Am Anfang muss man erst mal alles lernen und kann kaum irgendwo behilflich sein und später ist es auch an manchen Tagen noch so. Man muss sich einfach drauf einstellen, dass man hier nicht wirklich irgendwas verändern kann, sondern einfach hier und da etwas hilft und Präsenz zeigt. Und an manchen Tagen hab ich dann auch wieder das Gefühl, dass ich irgendwo echt helfen konnte, und dann macht es auch wieder echt Spaß!

Einmal die Woche bin ich ja noch in der Schule aufm Campo, also 2 Stunden hinzulaufen von Alcala, wo ich Englisch unterrichte. Das macht auch immer mehr Spaß und ist echt schade, dass es quasi jetzt schon wieder vorbei ist. Die haben nämlich jetzt schon Ferien, und wir waren diese Woche das letzte mal da. Die Kinder da sind echt super, aber lernen sehr langsam Englisch. Ist halt auch die Frage, ob sie es irgendwann mal brauchen, aber wenn sie jetzt in Alcala ihr Abitur machen (was 1000 mal einfacher ist als das deutsche) und dann in Sucre studieren sollten, dann könnten sie es schon gebrauchen. Bei den meisten ist das eher unwahrscheinlich, aber es kann ja immer sein, dass es einer von denen mal macht. Hier noch ein Bild, das sind alle Schüler, die diese Schule hat! 

So, erst mal so viel zur Arbeit in der Schule, nachmittags arbeite ich ja im Ucodep, dieser große Kräutergarten mit dem Labor, wo wir in letzter Zeit eigentlich immer draußen gearbeitet haben. Wir haben entweder irgendwas angepflanzt oder die Erde umgegraben, irgendwas geerntet oder einfach mal ein Loch gegraben, für den Kompost! Eigentlich gibt es davon Bilder, nur habe ich die grade nicht, weil sie auf Immanuels Kamera sind und er gerade in Sucre ist. Ich liefere dann nach!


Um noch mal auf die Sache mit den viele Fiestas zurück zu kommen. Vor 2 oder 3 Wochen war hier eine Sport-Fiesta, wo ganz viele Sport Studenten nach Alcala gekommen sind. Das ganze ging von Montag bis Freitag, es wurde Fußball gespielt, Volleyball, Basketball und saufen. Das konnten sie auch super gut. Abends ging es dann immer los, die Chicha-Eimer standen bereit und die Leute haben sich volllaufen lassen. Und es war eine heftige Anlage hier aufgebaut, mit ner fetten Bühne, ner Leinwand, ner PA-Anlage und Lichtanlage.

Hier im kleinen Alcala! Das war echt heftig, und das ganze stand hier direkt vorm Hostal und bis 4 Uhr nachts hatten die dann ihre Volksmusik laufen. Das war so schön, als es wieder ruhig war und man schlafen konnte, nach der Woche! Aber natürlich haben wir auch mal mitgefeiert. Da war gerade so ein Disziplin, wo die Caballeros (Reiter) mit den Pferden durch einen Bogen reiten mussten und mit einem kleinen Pfeil durch eine Zielscheibe stechen mussten beim reiten. Wer es geschafft hatte, bekam eine Schale Chicha in die Hand gedrückt und durfte trinken. Die meisten haben dann mindestens die Hälfte einfach auf ihr Pferd gegossen, weil sie noch einigermaßen klar bleiben wollten. Ich durfte mich dann auch mal auf ein Pferd setzen.




Danach ging es dann los mit dem Chicha trinken, hier bin ich mit Rider, dem Sohn von unserem Hostal-Vater, der in Sucre studiert mit einer dieser Holzschalen, aus der die Chicha getrunken wurde. Chicha ist ein gegorener Maissaft, der hier ganz ganz viel getrunken wird. Das läuft dann so, dass man erst jemanden einlädt, dann ein Schlückchen für Pacha-Mama (Mutter Erde) verschüttet und dann erst selber trinkt, bevor der andere dann trinken muss, und immer so weiter. 



So, was war noch alles? Letztes Wochenende haben wir z.B. El Villar besucht, ein anderer Einsatzort von HI, wo auch Zivis sind aus unserer Gruppe. Hier ist ein Bild, wo wir grade von dem Kindergarten zurückfahren, den einer der Zivis mitgeholfen hat zu bauen. Das war echt cool, weil wir noch voll lange hätten zurücklaufen müssen und dann von so nem kleinen LKW mitgenommen wurden.
Jetzt am Freitag haben wir im Kindergarten gearbeitet. Im Hof war ein Lehmofen und so eine kleine Lehmüberdachung, die wir abgerissen haben. Und was macht mehr Spaß als etwas mit einer Pike kaputt zu hauen? Das war auf jeden fall super cool, dazu hier auch noch mal 2 Bilder!



In Alcala gibt es immer wieder kein Wasser, und im Moment wenn dann nur früh morgens. Duschen ist daher immer mal nicht möglich, aber man kann sich zur Not noch mit Wasserflaschen aushelfen, die wir immer bei guten Zeiten abfüllen. Ist schon komisch, hier freut man sich immer richtig über Regen, weil man dann wieder Wasser kriegt J
Heute ist ja erster Advent und hier merkt man irgendwie gar nichts davon, da die Sonne scheint und es heiß ist. Aber wir haben heute mal einen kleinen Adventskranz gebastelt ;)
So, es gibt sicher noch einige andere Sachen, die passiert sind, die ich euch noch bei Gelegenheit erzählen werde. Aber jetzt hör ich erst mal auf für heute. Hier geht es jetzt langsam dem Ende zu in Alcala, was auch echt schade ist. Es ist jetzt nur noch bis Mittwoch Schule und am 12.12 fahren wir alle schon nach Sucre, haben dann dort Zwischenseminar und werden dann Weihnachen mit allen Voluntariern in Sucre verbringen. Was danach kommt, ist noch nicht ganz klar, es gibt aber schon einige Ideen und Möglichkeiten, das erzähl ich dann alles, wenn ich genaues weiß!


 Hier noch mal zum Abschluss ein Bild von unserem Team Alcala auf unserem Balkon. Das sind alle Voluntarier, die grade in Alcala sind. Ich gehe mal von hinten durch: Immanuel, Sophie, Maren, Julz, Julia, Leanne und ich! Immanuel ist gestern schon los nach Sucre, weil er jetzt mit seinem Sprachkurs anfängt, also bin ich jetzt hier für den Rest der Zeit der einzige Junge. Naja, ich werds schon überleben ;)
Also an alle einen ganz schönen Gruß!
Euer Nico

3 Kommentare:

  1. Ja fett, habe ich lange drauf gewartet!

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  2. Nico,
    que chevere como tu escribes! reconozco muchos similaridades.
    aca tambien a veces no hay colegio por que los profesores van a la ciudad para recoger dinero. tambien hay la chicha aca, pero lo tomamos sin alcool.
    que tal tus planes para el fin del ano? estoy pensando si podria venir a chile tambien, y despues tu podrias ir a arequipa conmigo.
    saludos y besos!

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  3. Yippie, ich kann wieder schreiben!! (ohne mich zu registrieren...)

    "Man muss sich einfach drauf einstellen, dass man hier nicht wirklich irgendwas verändern kann, sondern einfach hier und da etwas hilft und Präsenz zeigt."

    Finde ich krass & kann dich da gut verstehen ;-)

    -- warum stehen die Tops der Anlage auf dem Bild genau falsch rum? (also Richtung Bühne??)

    -- sachma, kanns sein, dass die eine blonde da ganz in deiner Nähe voll geil ist???

    LG, poste mehr.

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