Freitag, 21. Januar 2011

Weihnachten und Urlaub!

Das ist ja jetzt schon 1,5 Monate her.. sorry für die lange Informationspause! in Alcalá ist arbeitsmäßig nicht mehr so viel passiert. Die Schule war ja schon vorbei, ich habe dann noch  ein verlängertes Wochenende in Sucre verbracht, auch weil Benny, einer meiner Zivi-Kollegen Geburtstag gefeiert hat. In der letzten Woche war schon wieder eine Fiesta. Das Fest der Jungfrau, wo mal wieder dick die Chicha ausgepackt wurde. Serviert wurde sie in den großen Mülleimern, die normalerweise an der Plaza rumstehen und in denen ab und zu eine Frau aus unserem Dorf sitzt und Melonenschalen isst...
Die restlichen Tage gingen also schnell vorbei und schon fingen meine Ferien an, bin dann noch mal nach El Villar gefahren übers Wochenende und dann mit den Jungs aus El Villar nach Tarabuco, das ist ein Dorf zwischen Alcalá und Sucre, um da noch mal die Kollegen zu besuchen. Dann gings weiter nach Sucre. Die ersten Tage dort sind wir eigentlich jeden Tag nur feiern gegangen, bis es dann irgendwann gereicht hat, dann ging es schon stark auf Weihnachten zu.. und unser Zwischenseminar fing an. Achja, und wir haben Harry Potter 7 geguckt im Kino ;)
In dem Seminar haben wir wieder viel über Bolivien geredet und sind dann auch auf unsere jeweiligen Einsatzorte und Arbeiten eingegangen und wie wir damit zurechtkommen. Jedes Dorf musste sich dann vorstellen mit einer Powerpointpräsentation und einem Plakat. Und jeder musste zu seinen persönlichen Arbeitsstellen noch was erzählen. Dann gab es noch ein Fest anlässlich des 10 Jährigen Jubiläums von HI Bolivia. Jaa.. dann war auch schon fast Weihnachten, was wir mit einem riesigen Buffet mit großer Auswahl, Wichteln und Kirchgang um Mitternacht gefeiert haben. Natürlich war bei den Weihnachtstagen auch viel Heimweh dabei, Weihnachten ohne Familie ist halt einfach nicht das gleiche, aber es war auch ganz nett mit den ganzen Voluntariern zu feiern.
Nach Weihnachten wollten wir eigentlich möglichst schnell nach Chile abhauen, weil es auch irgendwann zu viel wurde, mit so vielen Leuten (40 Voluntarier) die ganze Zeit im Hostal in Sucre zu sein. Wir hatten auch schon die Tickets gekauft und alles und wollten am 28. dann starten, mit insgesamt 6 Jungs. Am selben Tag bin ich dann morgens früh (um 11 :>) runter zum Rezeptionsbereich gekommen, wo unsere ganze Truppe schon saß und gerade eine Krisensitzung hatte. Das Problem war, dass der Präsident sich überlegt hatte, einfach mal den Benzinpreis zu verdoppeln, was auch darauf zurückzuführen war, dass viel Benzin in die angrenzenden Länder geschmuggelt wurde, weil es da viel teurer ist. Daher wollte er sich mit dieser Preiserhöhung den anderen Ländern anpassen. Nur ist Bolivien nun mal das ärmste Land in Südamerika und eine Verdoppelung des Benzinpreises bedeutet eine erhebliche Preiserhöhung von fast allen Dingen. Es wird hier so ziemlich alles mit Bussen überall hin transportiert, teilweise über weite Strecken, Bolivien ist relativ groß.
Das hat dann das totale Chaos erzeugt, die Flotaunternehmen (Bus) haben alle gestreikt und nichts ist mehr gefahren. Außerdem gab es Straßenblockaden und alles. Das war natürlich für uns, die gerade an dem Tag fahren wollten relativ unpassend..
Wir haben dann stundenlang alle Möglichkeiten überlegt, von Fliegen bis zu da bleiben und in Sucre Silvester feiern. Letztendlich haben wir uns entschieden erstmal zu warten. Am nächsten Tag hieß es schon, die Situation würde sich normalisieren, daher haben wir uns nochmal Tickets gekauft. Es hieß auch, die Flota würde auf jeden Fall fahren. Abends sind wir dann zum Terminal und alles war zu. Alle standen davor und haben sich total aufgeregt und dann ergab sich auf einmal ein Angebot von einer Frau, die selber einen großen Bus hatte und uns für einen etwas höheren Preis mit nach Oruro nehmen konnte. Erleichtert haben wir dann das Angebot angenommen, aber auf halbem Weg in Potosi fuhr sie dann auf einmal nicht mehr weiter. Glücklicherweise gab es aber eine andere Flota nach Oruro und von da aus ging alles ganz normal weiter nach Iquique in Chile.

 Wir hatten ein Hostal direkt am Strand, auch von Hostelling, das war so ein Backpacker Hostal, mit  ganz vielen Angeboten zum Surfen. Da kam ich endlich auch mal wieder dazu Englisch zu sprechen, was bei mir sonst hier etwas verkommt. Es war nämlich alles voller Touristen, ganz viele Australier, die natürlich alle voll die Surf-Profis waren und uns bei unseren Surfversuchen alt aussehen lassen haben :)
Wir hatten die ganze Zeit irgendwelchen Stress mit Geld, weil die DKB Karten irgendwie alle am Anfang nicht geklappt hatten, wie sie sollten, und das hat einige Zeit gedauert, bis das mal alles geklärt war.
Es war schon ein kleiner Kulturschock, in diese große, europäisch geprägte Stadt zu kommen. Es gab auf einmal große Supermärkte mit 16 Kassen, MC Donalds und teure Autos die überall rumgefahren sind.
Wir sind ein paar mal gesurft und wurden von den 4 Meter hohen Wellen zerstört. Ungefähr jedes mal, wenn wir versucht haben, eine von den großen Wellen zu nehmen, hat sie uns vollständig auseinandergenommen. Naja, ein paar kleine Wellen konnten wir dann ab und zu mal stehen, als wir von einem Surflehrer ein bisschen Hilfe bekommen haben :)
Wenigstens konnten wir danach mit Surfbrett unterm Arm und Neoprenanzug am Strand langlaufen und cool aussehen ;)

 An Silvester haben wir erstmal mit den ganzen Leuten aus den Hostal gegrillt und Wein getrunken und haben uns dann das Feuerwerk am Strand angeguckt. Es gab so eine Party, wo viele hingegangen sind, die hat über 30 Euro eintritt gekostet, da wir ja dieses Kreditkartenproblem hatten, hatten wir alle kein Geld dafür und haben einfach im Hostal ein bisschen weitergefeiert und sind durch die Umgebung gezogen, was im Endeffekt besser war, da die Silvesterparty eh schlecht gewesen sein soll.

 


 Ein paar Tage später sind noch 3 Weltwärtsmädels aus unserer Gruppe dazugestoßen mit denen wir dann den Resturlaub in Chile verbracht haben. Es war insgesamt echt ein super schöner Urlaub, bis auf ein paar tiefs, wie z.B. ein mega heftiger Sonnenbrand oder auch ein "Caesar-Shrimp-Salat", der einfach nur aus Eisbergsalat ohne Soße und 8 kleinen Shrimps bestand..
 Am Ende hat sich unsere Gruppe aufgeteilt, einige wollten schon zurück nach Sucre fahren, Julian und ich sind dann noch weiter nach Peru. Ich wollte ja schließlich auch noch Laura besuchen, die in Arequipa angesiedelt ist und dort auch soziale Arbeit macht. (btw: laurainsuedamerika.blogspot.com)

WIr sind dann also zu zweit weiter, mit dem Bus nach Arica und von da aus weiter über Tacna nach Arequipa (ungefähr 20 Stunden insgesamt). Dort angekommen sind wir dann in die WG gezogen, in der Laura auch wohnt und als wir dann auch endlich wieder an unser Geld kamen konnten wir das Großstadtleben noch mal richtig genießen (Arequipa hat über 1mio Einwohner). Wir waren völlig begeistert von den riesigen Einkaufszentren und den anderen Dingen, die eine so große Stadt so zu bieten hat! Wir haben das erste mal seit wir aus Deutschland weg sind mal wieder einen Döner gegessen, das war ein klasse Erlebnis :)
Einer der Höhepunkte war dann noch unser Besuch in Coporaque, das ist ein Dorf ca. 3 Stunden von Arequipa in der Nähe vom Colca-Canyon (übrigens der tiefste Canyon der Welt). Da haben Julian und 2 Tage bei einer Familie gelebt, die Laura kennt, die Familie Chocolate.


 Wir sind abends angekommen und am nächsten Tag ging es dann um 6 Uhr morgens los zum Fischen. Wir sind mit dem Vater der Familie zum Fluss gewandert und die Landschaft war eine der heftigsten, die ich hier bisher gesehen habe.
Der Fluss hatte leider gerade nicht so viel Wasser, wir hatten vor, richtig viele Forellen zu fangen um dann unser Abendessen daraus zu machen. Tja.. im Endeffekt haben wir 11 kleine Forellen gefangen, die für uns 8 Leute leider keine vollständige Malzeit hergaben (die Familie hat 4 Kinder, einen Sohn und 3 kleine Töchter). Aber es hat trotzdem Spaß gemacht, mal zu sehen, wie man mit einem Netz fischt und am Fluss runterzulaufen. 


 Irgendwann kamen wir dann zu den "Aquas Termales", die heißen Quellen von Coporaque. Da wir den ganzen vormittag gelaufen waren, war es einfach die Krönung, sich in das heiße Wasser zu legen und zu entspannen. Julian und ich haben dann noch einen Kontest gemacht, wer länger unter Wasser bleiben kann, ich habe 2 Minuten geschafft und er leider nur 1:50 :) Da wir um einen Buchstaben gewettet hatten hieß er für den Rest der Zeit in Coporaque nur noch Julia :))


 Am nächsten Tag sind wir dann noch zu Gräbern gegangen, die schon vor der Inka Zeit da waren. Da das ganze auf fast 4000 Metern höhe gelegen ist, sind die ganzen Knochen noch ziemlich gut erhalten. Man konnte richtig in die Gräber reingucken und hat teilweise noch komplette Skelette gesehen, hier ein Beispiel von einem Skelett, wobei ich nicht glaube, dass die Person wirklich in dieser Haltung gestoben ist.


 Dan gings zurück nach Arequipa und ich bin mit Laura noch mal nach San Isidro gefahren, einer ihrer Einsatzorte und habe dort mit den Kindern von einer bekannten von Laura Super-Mario gespielt :)
Am Sonntag sind Julian und ich dann wieder gefahren und über Puno an die Copacabana am Titikakasee. (Ja, ich weiß, die eigentliche Copacabana ist in Brasilien :>) Wir sind auch kurz in See geschwommen, der überaschenderweise wärmer war als der Pazifik, obwohl der See auf über 3800 Metern liegt (höchster See der Welt). Auf dem Bild zeige ich gerade in Richtung Isla del Sol.
Es sind dann noch 2 Freunde von Julian zu uns gestoßen, die gerade in Peru unterwegs waren. Die sind dann mit Julian am Dienstag noch auf die Isla del Sol gefahren und ich dachte mir dann, dass ich schon mal zurück fahre, weil auch so langsam mein Urlaubsgeld leer war.
Über La Paz bin ich dann wieder nach Sucre gefahren und bin seit Mittwochmorgen wieder hier und bin jetzt auch echt froh, mal wieder hier in Bolivien zu sein. Endlich mal nicht ständig die Uhr umstellen und die Währung wechseln. Und einen Überblick darüber haben, wie teuer die Sachen sind, ohne dauernd total kompliziert umrechnen zu müssen. (Außerdem ist Bolivien immernoch das günstigste Land in Südamerika :>)
Am Montag fahre ich nach Alcala und arbeite dann erstmal noch 3 Wochen noch da. Ich fange dann mit Leanne, einer Weltwärtsfreiwilligen an mit einem neuen Projekt, unzwar gibt es etwas außerhalb vom Dorf 2 Taubstumme Kinder, die wir unterrichten werden in schreiben, lesen und solchen Dingen.Das mache ich dann 3 Wochen lang, um die Kinder erstmal kennen zu lernen, dann mache ich erst im Mai wieder mit dem Projekt weiter. In der Zwischenzeit arbeite ich dann in Sucre in der Gehörlosenschule, da machen wir Wahrnehmungstherapie mit Instrumenten mit den Gehörlosen Kindern.. :> finde ich ziemlich cool, meine nächsten Projekte, bin mal sehr gespannt, ich halte euch dann auf dem Laufenden, was draus wird!
An alle meinen-blog-lesenden Menschen ganz liebe Grüße!
euer Nico!

1 Kommentar:

  1. Oh mann, du erlebst ja echt viele krasse Sachen und ich beneide dich echt für jedes einzelne Erlebniss!!!

    Naja, heute in etwa 11 Stunden werden wir uns mal wieder über skype sehen :) Und ich freue mich natürlich 2012 endlich mal was mit dir zu unternehmen :D

    AntwortenLöschen